
Entscheidend ist deshalb nicht nur, was ein Pick oder ein Palettenstellplatz kostet. Entscheidend ist, welche Gesamtkosten entstehen, um eine Bestellung vollständig durch die Fulfillment-Struktur zu bewegen.
Wer Fulfillment-Angebote vergleichen oder die Wirtschaftlichkeit des eigenen Setups bewerten möchte, sollte deshalb das gesamte Kostenmodell betrachten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Fulfillment-Kosten bestehen aus mehreren Kostenblöcken: Dazu zählen Wareneingang, Lagerung, Pick & Pack, Verpackung, Versand, Retouren sowie je nach Setup Value Added Services, IT und Setup.
Ein günstiger Pick-&-Pack-Preis bedeutet nicht automatisch niedrige Gesamtkosten. Entscheidend ist, was eine Bestellung über den gesamten Fulfillment-Prozess hinweg kostet.
Das Bestellvolumen allein bestimmt nicht den Preis. Sortiment, Artikel pro Bestellung, Lagerbestand, Retouren, Versandziele und zusätzliche Prozesse beeinflussen die tatsächlichen Kosten.
Fulfillment-Angebote sollten mit demselben Mengengerüst verglichen werden. Erst dadurch werden unterschiedliche Preismodelle wirklich vergleichbar.
Auch indirekte Kosten gehören zur Betrachtung. Manueller Aufwand, Bestandsdifferenzen, langsame Retourenprozesse oder fehlende Skalierbarkeit können einen vermeintlich günstigen Anbieter langfristig teurer machen.
Wie setzen sich Fulfillment-Kosten zusammen?
Fulfillment-Kosten bestehen typischerweise aus Kosten für Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retourenbearbeitung. Hinzu kommen je nach Geschäftsmodell Leistungen wie Value Added Services, technische Integrationen, Onboarding, Projektmanagement oder individuelle Prozesse.
Welche Kostenpositionen tatsächlich anfallen und wie diese abgerechnet werden, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Kostenblöcke.
1. Wareneingang
Bevor Ware gelagert und versendet werden kann, muss sie zunächst ins Lager übernommen werden. Im Wareneingang wird die angelieferte Ware angenommen, geprüft, erfasst und anschließend eingelagert. Wie hoch der Aufwand dafür ausfällt, hängt stark von der Art der Anlieferung ab. 100 sortenreine Paletten mit sauberer Avisierung verursachen beispielsweise einen anderen Prozess als eine Anlieferung mit gemischten Kartons, vielen SKUs und zusätzlichem Prüfbedarf.
Mögliche Abrechnungsmodelle orientieren sich unter anderem an:
- Paletten
- Kartons
- Stückzahlen
- Zeitaufwand
- vereinbarten Wareneingangsprozessen
Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb nicht nur nach dem Preis fragen.
Wichtiger ist zunächst:
Welche Leistungen sind im Wareneingangspreis enthalten?
Muss die Ware beispielsweise gezählt werden? Sind Qualitätsprüfungen vorgesehen? Müssen Produkte etikettiert oder umgepackt werden? Je genauer der Prozess definiert ist, desto aussagekräftiger wird auch der Preis.
2. Lagerkosten
Ware benötigt Lagerfläche. Was zunächst nach einem einfachen Kostenblock klingt, kann in der Praxis sehr unterschiedlich kalkuliert werden.
Je nach Fulfillment-Modell kann beispielsweise abgerechnet werden nach:
- Palettenstellplatz
- Regalplatz
- Behälter oder Fach
- Volumen
- Artikel beziehungsweise SKU
- durchschnittlich belegter Lagerfläche
Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel Ware gelagert wird.
Auch die Struktur des Bestands beeinflusst den Aufwand. Ein Unternehmen mit 100 SKUs und hoher Umschlagshäufigkeit stellt andere Anforderungen an ein Lager als ein Unternehmen mit mehreren Tausend Varianten und vielen langsam drehenden Artikeln.
Für einen belastbaren Kostenvergleich sollten Unternehmen deshalb ihr tatsächliches Bestandsprofil kennen:
Wie viele aktive SKUs haben wir?
Wie hoch ist unser durchschnittlicher Bestand?
Wie stark schwankt der Bestand saisonal?
Welche Abmessungen haben unsere Produkte?
Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welches Lagermodell wirtschaftlich zum eigenen Geschäft passt.
3. Pick & Pack
Pick & Pack gehört häufig zu den Preispositionen, die beim Vergleich von Fulfillment-Angeboten zuerst ins Auge fallen. Vereinfacht beschreibt Pick & Pack den Prozess vom Kommissionieren der bestellten Ware bis zur Vorbereitung für den Versand. Doch auch hier lohnt sich ein genauer Blick. Eine Bestellung mit einem Artikel verursacht einen anderen Aufwand als eine Bestellung mit mehreren unterschiedlichen Positionen. Viele Preismodelle unterscheiden deshalb beispielsweise zwischen:
First Pick: Dem ersten Artikel oder der ersten Position einer Bestellung.
Additional Pick: Weiteren Artikeln beziehungsweise Positionen derselben Bestellung. Damit wird eine Kennzahl besonders wichtig:
Wie viele Artikel enthält eine durchschnittliche Bestellung? Ein Unternehmen mit durchschnittlich 1,1 Artikeln pro Bestellung hat ein anderes Kostenprofil als eines mit durchschnittlich 3,5 Artikeln. Der reine Preis für den ersten Pick sagt deshalb nur wenig über die tatsächlichen Fulfillment-Kosten aus.
4. Verpackung
Verpackungskosten wirken auf den ersten Blick häufig überschaubar. Bei größeren Bestellvolumina können daraus jedoch relevante Kosten entstehen.
Zum Packaging gehören je nach Setup beispielsweise: Versandkartons, Versandtaschen, Füllmaterial, Klebeband, Etiketten, individuelles Brand-Packaging, Beileger, Geschenkverpackungen und weitere markenspezifische Materialen.
Bei einem Angebotsvergleich sollte deshalb geklärt werden, welche Materialien bereits in anderen Preispositionen enthalten sind und welche separat berechnet werden. Für Marken kommt noch eine weitere Perspektive hinzu: Verpackung ist nicht ausschließlich ein Kostenfaktor. Sie ist auch Teil der Customer Experience. Die günstigste Verpackung ist deshalb nicht zwangsläufig die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für jede Marke.
5. Versandkosten
Bei vielen E-Commerce-Unternehmen gehört der Versand zu den größten Kostenblöcken innerhalb der gesamten Fulfillment-Struktur.
Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem ab von: Zielland, Carrier, Gewicht, Paketabmessungen, Versandservice, Sendungsvolumen und zusätzlichen Services.
Gerade beim internationalen Fulfillment steigt die Komplexität. Der passende Carrier für Deutschland muss nicht automatisch die wirtschaftlich oder operativ passende Lösung für Frankreich, Italien, die Schweiz oder die Niederlande sein. Deshalb sollte bei einem Fulfillment-Angebot nicht nur der einzelne Paketpreis betrachtet werden.
Interessanter ist die Frage: Wie gut passt das Carrier-Setup zu unserem tatsächlichen Versandprofil?
6. Retourenkosten
Eine Retoure verursacht mehr als Rückporto. Nach Eingang der Ware können je nach Geschäftsmodell mehrere Prozessschritte notwendig sein:
Identifikation der Rücksendung, Prüfung des Artikels, Klassifizierung, Aufbereitung, Neuverpackung und Wiedereinlagerung.
Gerade in Branchen wie Fashion kann die Tiefe der Retourenbearbeitung einen erheblichen Unterschied machen. Ein Anbieter, der lediglich das Paket öffnet und den Eingang verbucht, erbringt eine andere Leistung als ein Partner, der Artikel anhand definierter Qualitätskriterien prüft, aufbereitet und wieder in den verkaufsfähigen Bestand überführt. Deshalb gilt auch hier:
Retourenpreise sind nur vergleichbar, wenn die dahinterliegenden Prozesse vergleichbar sind.
Wie umfangreich die Bearbeitung ausfällt, hängt vom jeweiligen Retourenmanagement und den definierten Qualitäts- und Folgeprozessen ab.
7. Value Added Services
Nicht jedes Fulfillment-Geschäft besteht nur daraus, einen Artikel aus dem Regal zu nehmen, zu verpacken und zu versenden. Gerade Marken benötigen häufig zusätzliche Leistungen. Dazu können beispielsweise gehören:
- Bundling
- Set-Bildung
- Kitting
- Etikettierung
- Qualitätskontrollen
- individuelle Beileger
- Personalisierungen
- spezielle Verpackungen & weitere Konfektionierungsleistungen
Solche Value Added Services können pro Stück, Vorgang, Auftrag oder nach Zeitaufwand berechnet werden. Für einen realistischen Kostenvergleich sollten sie deshalb von Anfang an berücksichtigt werden.
Wer sie erst nach Vertragsabschluss hinzurechnet, vergleicht möglicherweise einen Standardpreis mit einem Geschäftsmodell, das in der Praxis deutlich komplexer ist.
8. IT, Onboarding und Setup
Der physische Warenfluss ist nur eine Seite des Fulfillments. Die andere Seite sind Daten. Shop, ERP, Marktplätze und weitere Systeme müssen Bestellungen, Bestände und Statusinformationen zuverlässig mit der Fulfillment-Struktur austauschen.
Dafür sind funktionierende Integrationen zwischen Shop, ERP, Marktplätzen und Fulfillment entscheidend.
Je nach Anbieter und Komplexität können Kosten entstehen für: Onboarding, Schnittstellen, Einrichtung, Projektmanagement, individuelle Entwicklungen und laufende Systemleistungen.
Auch hier gilt:
Ein günstiger Einstiegspreis ist nicht automatisch günstig, wenn anschließend jede notwendige Anpassung einzeln berechnet wird. Vor Vertragsabschluss sollte deshalb klar sein, welche technische Leistung im Angebot enthalten ist und welche nicht.
Was kostet Fulfillment pro Paket?
Darauf gibt es keine seriöse allgemeingültige Antwort. Zwei Unternehmen mit jeweils 10.000 Bestellungen pro Monat können völlig unterschiedliche Fulfillment-Kosten haben.
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, warum.
| Shop A | Shop B |
|---|---|
| 10.000 Bestellungen pro Monat | ebenfalls 10.000 Bestellungen pro Monat |
| durchschnittlich 1,2 Artikel pro Bestellung | durchschnittlich 3,4 Artikel pro Bestellung |
| kleine, weitgehend standardisierte Produkte | großes Sortiment mit vielen Varianten |
| überschaubare SKU-Anzahl | individuelle Markenverpackung und Inserts |
| hauptsächlich nationaler Versand | mehrere europäische Zielländer |
| wenige Retouren | umfangreiche Retourenprüfung |
| Standardverpackung | regelmäßige Bundles und Sets |
Das Ordervolumen ist identisch.
Das Fulfillment-Profil ist es nicht.
Genau deshalb führt die Frage „Was kostet Fulfillment bei 10.000 Paketen?“ allein selten zu einer belastbaren Antwort. Mindestens genauso wichtig sind Orderstruktur, Sortiment, Bestand, Retouren, Zielländer und zusätzliche Prozesse.
Warum der Pick-&-Pack-Preis wenig über die Gesamtkosten aussagt
Stellen wir uns zwei Fulfillment-Angebote vor. Anbieter A verlangt 1,20 Euro für Pick & Pack.
Anbieter B verlangt 1,45 Euro.
Auf den ersten Blick scheint Anbieter A günstiger zu sein.
Dann stellt sich heraus:
Bei Anbieter A werden zusätzliche Picks anders berechnet. Retouren kosten mehr. Die benötigte Markenverpackung ist nicht im Standardprozess vorgesehen. Außerdem entsteht zusätzlicher manueller Aufwand für eine bestimmte Schnittstelle.
Plötzlich sieht die Rechnung anders aus. Deshalb lohnt es sich, Fulfillment als Gesamtkostenmodell zu betrachten.
Man kann dabei vom Gedanken der Total Cost of Fulfillment ausgehen, also allen relevanten Kosten, die mit der gewählten Fulfillment-Struktur verbunden sind. Vereinfacht:
Wareneingang + Lagerung + Pick & Pack + Verpackung + Versand + Retouren + Value Added Services + IT = direkte Fulfillment-Kosten
Doch damit ist die wirtschaftliche Betrachtung noch nicht vollständig.
Welche Fulfillment-Kosten werden häufig übersehen?
Nicht jeder Fulfillment-Aufwand taucht direkt auf der Rechnung des Dienstleisters auf. Ein Operations-Team verbringt beispielsweise jede Woche mehrere Stunden damit, Bestandsdifferenzen zu klären. Oder verkaufsfähige Retouren benötigen so lange bis zur Wiedereinlagerung, dass die Ware unnötig lange nicht verfügbar ist.
Während Peak-Phasen können zusätzliche Abstimmungen und manuelle Workarounds entstehen. Diese Effekte stehen möglicherweise nicht als Fulfillment-Gebühr auf einer Rechnung.
Kosten verursachen sie trotzdem.
Dazu können beispielsweise gehören:
- interne Abstimmungszeiten
- manuelle Datenkorrekturen
- Bestandsdifferenzen
- Fehlversendungen
- zusätzlicher Kundenservice
- lange Retourendurchlaufzeiten
- Sonderprozesse
- operative Probleme während Peaks
- Einschränkungen bei Wachstum und Internationalisierung
Nicht jeder dieser Effekte lässt sich sauber in Euro pro Bestellung übersetzen. Sie komplett zu ignorieren, kann einen Preisvergleich jedoch verzerren. Die wirtschaftlichste Fulfillment-Lösung ist deshalb nicht zwangsläufig die mit der niedrigsten Summe in einer einzelnen Preiszeile.
Weitere Kostenpositionen, die im Angebot geprüft werden sollten
Zusätzlich verdienen einige Positionen besondere Aufmerksamkeit, weil sie nur unter bestimmten Bedingungen entstehen.
Mindestumsätze oder Grundgebühren: Was passiert in Monaten mit geringerem Volumen?
Peak-Zuschläge: Was passiert in Monaten mit geringerem Volumen?
Langzeitlagerung: Werden langsam drehende Bestände anders berechnet?
Sonderhandling: Wie werden nicht standardisierte Produkte oder Prozesse abgerechnet?
Projekt- und Änderungsaufwand: Welche Kosten entstehen, wenn Prozesse später angepasst werden müssen?
Zusätzliche Reports oder Services: Welche Leistungen gehören zum Standard und welche werden separat berechnet?
Solche Kosten sind nicht grundsätzlich problematisch. Viele entstehen aus realem zusätzlichem Aufwand. Problematisch wird es erst, wenn sie im ursprünglichen Kostenvergleich nicht berücksichtigt wurden.
Fulfillment-Angebote richtig vergleichen
Wer drei Fulfillment-Anbieter nach Preisen fragt, bekommt häufig drei unterschiedlich aufgebaute Angebote zurück.
Anbieter A berechnet beispielsweise pro Bestellung.
Anbieter B trennt First Pick und Additional Pick.
Anbieter C bündelt bestimmte Leistungen in einer Grundgebühr.
Wie lassen sich solche Angebote sinnvoll vergleichen?
Die wichtigste Grundlage lautet:
Alle Anbieter sollten mit demselben Mengengerüst rechnen
Statt lediglich Preislisten anzufordern, sollten Unternehmen ihr tatsächliches Fulfillment-Profil beschreiben.
Dazu gehören beispielsweise:
| Kennzahl | Ihr Mengengerüst |
|---|---|
| Orders pro Monat | |
| Orders pro Peak-Tag | |
| Ø Artikel pro Order | |
| Anzahl SKUs | |
| Ø Lagerbestand | |
| Retouren pro Monat | |
| Anteil international |
Anschließend werden die Preise jedes Anbieters auf dieses Mengengerüst angewendet.
Damit vergleichen Sie nicht mehr nur:
Preis A gegen Preis B.
Sondern:
Was würde unser tatsächliches Geschäft bei Anbieter A und Anbieter B kosten?
Ein einfacher Fulfillment-Kostenvergleich
Für eine erste Modellrechnung kann folgende Struktur verwendet werden:

- Normalmonat
- Peak-Monat
- Wachstumsszenario mit 30 Prozent höherem Volumen
- Expansion in weitere europäische Märkte
Denn ein Anbieter, der heute günstig ist, muss nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung für das Geschäft von morgen sein.
Acht Fragen, die Sie bei jedem Fulfillment-Angebot stellen sollten
1. Was genau ist im Pick-&-Pack-Preis enthalten?
Sind Verpackung, Versandlabel oder Dokumente enthalten? Welche Leistungen werden separat berechnet?
2. Wie werden zusätzliche Picks berechnet?
Gerade bei Warenkörben mit mehreren Artikeln kann diese Position erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten haben.
3. Wie wird Lagerung abgerechnet?
Nach Palette, Fach, Volumen oder einem anderen Modell? Und wie werden saisonale Schwankungen behandelt?
4. Welche Verpackungsmaterialien sind enthalten?
Was kostet die Standardverpackung? Wie werden individuelle Verpackungen oder markenspezifische Materialien behandelt?
5. Was kostet eine Retoure und was ist darin enthalten?
Wird nur der Eingang erfasst oder gehören auch Prüfung, Klassifizierung, Aufbereitung und Wiedereinlagerung dazu?
6. Gibt es Grundgebühren oder Mindestmengen?
Diese können insbesondere bei schwankendem Volumen relevant werden.
7. Welche Kosten entstehen für IT, Setup und Sonderprozesse?
Was ist einmalig, was laufend und welche Anpassungen werden separat berechnet?
8. Wie verändert sich das Kostenmodell bei Wachstum?
Gibt es Volumenstaffeln? Was passiert bei Peaks? Und passt die Struktur auch bei deutlich höheren Bestellmengen noch?
Die billigste Fulfillment-Lösung kann teuer werden
Nehmen wir an, Anbieter A ist pro Bestellung einige Cent günstiger.
Dafür dauert die Retourenbearbeitung regelmäßig länger. Das Operations-Team muss häufiger Bestandsfragen klären. Für neue Anforderungen werden manuelle Workarounds benötigt. Während Peak-Phasen steigt der interne Abstimmungsbedarf.
Ist Anbieter A dann tatsächlich günstiger? Möglicherweise. Vielleicht aber auch nicht.
Genau diese Frage lässt sich aus dem Pick-&-Pack-Preis allein nicht beantworten. Deshalb sollte ein Kostenvergleich zwei Perspektiven enthalten:
1. Was bezahlen wir an den Fulfillment-Dienstleister?
2. Welchen Aufwand verursacht die Fulfillment-Struktur insgesamt?
Für Unternehmen mit mehreren Kanälen, Systemen oder internationalen Märkten wird diese Integrationsfähigkeit zunehmend zu einem wichtigen Auswahlkriterium.
Ist Fulfillment günstiger als eigene Logistik?
Auch diese Frage lässt sich nicht allein über einen Paketpreis beantworten.
Bei eigener Logistik entstehen ebenfalls zahlreiche Kosten, beispielsweise für:
- Lagerfläche & Technik
- Personal & Recruiting
- Verpackungsplätze & Verbrauchsmaterial
- WMS und weitere Systeme
- Retouren & Carrier Management
- saisonale Kapazitäten
Ein Teil davon sind Fixkosten, andere Kosten verändern sich mit dem Volumen. Beim Outsourcing verschiebt sich diese Struktur.
Deshalb sollte ein sinnvoller Vergleich nicht lauten:
Fulfillment-Preis versus heutiger Versandpreis
sondern:
Vollkosten der eigenen Logistik versus Gesamtkosten der externen Fulfillment-Lösung
Zusätzlich gibt es eine strategische Frage:
Womit soll sich das eigene Team beschäftigen?
Für manche Unternehmen ist Logistik eine Kernkompetenz, die bewusst intern bleiben soll. Für andere ist es sinnvoller, Kapital, Managementkapazität und Personal auf Produkt, Marke, Vertrieb und Wachstum zu konzentrieren. Die richtige Entscheidung hängt deshalb nicht ausschließlich von Kosten ab.
Wer prüfen möchte, ob die eigene Lagerhaltung weiterhin zum Geschäftsmodell passt, sollte neben Kosten auch Wachstum, Flächenbedarf, Peaks, Personal und Prozesskomplexität betrachten.
Fulfillment Cost Check: So vergleichen Sie Angebote wirklich
Wenn Sie aktuell Fulfillment-Angebote vergleichen, beginnen Sie nicht mit den Preislisten.
Beginnen Sie mit Ihren eigenen Daten.
| Schritt 1: Mengengerüst erfassen | Schritt 2: Kostenblöcke je Anbieter erfassen | Schritt 3: Mehrere Szenarien rechnen |
|---|---|---|
| durchschnittliche Orders pro Monat | Wareneingang | Normalbetrieb |
| Peak-Orders pro Tag | Lagerung | Peak |
| durchschnittliche Artikel pro Bestellung | Grundgebühren | Wachstum |
| Anzahl aktiver SKUs | Additional Pick | Internationalisierung, sofern relevant |
| durchschnittlichen Lagerbestand | Verpackung & Versand | |
| Retourenvolumen | Retouren & Value Added Services | |
| benötigte Value Added Services | IT & sonstige Kosten |
So entsteht aus mehreren Preislisten ein Kostenmodell, das tatsächlich zu Ihrem Geschäft passt.
Preisvergleich ist gut. Prozessvergleich ist besser.
Fulfillment muss wirtschaftlich sein. Die wirtschaftlich passende Lösung entsteht jedoch nicht zwangsläufig durch den niedrigsten Einzelpreis.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Kosten, Prozessen, Technologie, Service und Skalierbarkeit.
Eine Fulfillment-Struktur sollte deshalb nicht nur zum heutigen Ordervolumen passen. Sie sollte auch Peaks, neue Märkte, veränderte Sortimente und zukünftiges Wachstum abbilden können. PVS entwickelt Fulfillment-Lösungen auf Basis des tatsächlichen Order-, Sortiments- und Prozessprofils eines Unternehmens. Dazu gehören Lagerung und Versand ebenso wie Retouren, Value Added Services und die technische Integration der relevanten Systeme.
