Agentic Commerce: Wie KI den E-Commerce verändert und was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten

Agentic Commerce verändert die Customer Journey im E-Commerce.
KI-Agenten können Produkte recherchieren, Angebote vergleichen, Verfügbarkeiten prüfen und künftig immer mehr Schritte im Kaufprozess übernehmen. Für Unternehmen wird damit entscheidend, Produktdaten, Systeme und operative Prozesse so aufzustellen, dass Informationen aktuell, verlässlich und miteinander verbunden sind.

Agentic Commerce mit PVS Europe

Produktsuche, Vergleich, Kaufentscheidung und Bestellung waren bisher einzelne Schritte einer klassischen Customer Journey. Mit Agentic Commerce beginnt sich dieses Modell zu verändern.

KI-Assistenten können bereits heute Produkte recherchieren, Angebote vergleichen und Empfehlungen auf Basis individueller Anforderungen zusammenstellen. Der nächste Entwicklungsschritt geht weiter: KI-Agenten können zunehmend eigenständig Aufgaben innerhalb des Kaufprozesses übernehmen und perspektivisch auch Transaktionen im Auftrag ihrer Nutzer ausführen.

Damit entsteht eine neue Schnittstelle zwischen Kunden und Unternehmen.

Für Marken und Händler bedeutet das: Nicht mehr nur Menschen müssen Produkte, Lieferbedingungen und Services verstehen können. Auch KI-Systeme benötigen verlässliche, strukturierte und aktuelle Informationen.

Genau deshalb betrifft Agentic Commerce langfristig nicht nur Marketing oder den Onlineshop. Auch Produktdaten, Bestände, Integrationen, Fulfillment, Versand, Retouren und Kundenservice werden Teil dieser Entwicklung.

Agentic Commerce beschreibt Commerce-Prozesse, bei denen KI-Agenten Aufgaben im Auftrag von Kunden oder Unternehmen übernehmen.

KI wird bereits heute für Produktsuche, Vergleich und Kaufentscheidungen eingesetzt.

Vollständig autonome Käufe stehen noch am Anfang, entwickeln sich jedoch schnell weiter.

Für Unternehmen werden strukturierte und aktuelle Produkt-, Bestands-, Preis- und Serviceinformationen wichtiger.

Systeme und operative Prozesse müssen miteinander verbunden sein, damit relevante Informationen zuverlässig verfügbar sind.

Fulfillment, Versand, Retouren und Kundenservice bleiben auch im Agentic Commerce entscheidend, denn nach der Kaufentscheidung muss die Bestellung weiterhin zuverlässig ausgeführt werden.

Was ist Agentic Commerce?

Agentic Commerce bezeichnet eine Form des digitalen Handels, bei der KI-Agenten nicht nur Informationen bereitstellen, sondern eigenständig Aufgaben innerhalb einer Customer Journey übernehmen.

Der Unterschied zu klassischen Chatbots oder bisherigen KI-Assistenten liegt vor allem im Handlungsspielraum.

Ein klassischer Assistent beantwortet beispielsweise die Frage:

„Welche Laufschuhe eignen sich für lange Strecken?“

Ein KI-Agent könnte dagegen mehrere Schritte miteinander verbinden:

Er berücksichtigt Anforderungen des Kunden, recherchiert geeignete Produkte, vergleicht Preise und Lieferzeiten, prüft die Verfügbarkeit und stellt eine passende Auswahl zusammen.

Mit entsprechender Freigabe könnte ein solcher Agent zukünftig auch weitere Schritte bis hin zum Kauf ausführen.

Genau hier beginnt Agentic Commerce.

McKinsey beschreibt diese Entwicklung als Übergang von KI-gestützter Produktsuche und Entscheidungsunterstützung hin zu immer stärker automatisierten Commerce-Prozessen.

Der Wandel findet dabei bereits statt. 38 Prozent der europäischen Verbraucher nutzen laut McKinsey generative KI schon heute, um Produkte zu recherchieren und Kaufentscheidungen zu unterstützen.

Agentic Commerce bezeichnet eine Form des digitalen Handels, bei der KI-Agenten eigenständig Aufgaben innerhalb einer Customer Journey übernehmen.

Von der Produktsuche zur Ausführung

Bisher verlief eine typische Customer Journey häufig über mehrere Plattformen.

Ein Kunde sucht bei Google nach einem Produkt, besucht verschiedene Onlineshops, vergleicht Preise und Bewertungen, prüft Lieferzeiten und entscheidet sich anschließend für einen Anbieter.

KI verändert diesen Prozess.

Statt viele unterschiedliche Informationsquellen selbst zu durchsuchen, können Verbraucher ihre Anforderungen direkt formulieren:

„Ich suche ein Geburtstagsgeschenk unter 50 Euro, das bis Freitag geliefert werden kann.“

Ein KI-Assistent kann daraus konkrete Kriterien ableiten und verschiedene Angebote vergleichen.

Im Agentic Commerce geht die Entwicklung einen Schritt weiter. Der Agent hilft nicht nur bei der Entscheidung, sondern kann zunehmend auch Aktionen ausführen.

OpenAI hat dafür beispielsweise das Agentic Commerce Protocol entwickelt. Es soll die Kommunikation zwischen KI-Agenten und den Systemen von Händlern ermöglichen. Google verfolgt mit dem Universal Commerce Protocol einen ähnlichen Ansatz.

Die zugrunde liegende Idee ist vergleichbar: KI-Systeme sollen Commerce-Prozesse nicht nur verstehen, sondern sich mit bestehenden Händler- und Commerce-Systemen verbinden können.

Warum Agentic Commerce gerade jetzt relevant wird

Agentic Commerce ist aktuell noch kein vollständig etablierter Vertriebskanal.

Die Richtung ist jedoch deutlich erkennbar.

OpenAI erweitert Shopping innerhalb von ChatGPT und ermöglicht Händlern, Produktinformationen direkt für KI-gestützte Produktsuche bereitzustellen. Google entwickelt parallel neue Shopping-Funktionen rund um Gemini, Search und das Universal Commerce Protocol.

Auch große Commerce-Plattformen integrieren zunehmend KI-Agenten in ihre Systeme.

McKinsey schätzt, dass KI-Agenten bis 2030 weltweit zwischen drei und fünf Billionen US-Dollar des B2C-Handels beeinflussen oder abwickeln könnten.

Für Unternehmen bedeutet das nicht, dass bestehende Shops oder Marktplätze kurzfristig verschwinden.

Es entsteht vielmehr eine zusätzliche Ebene zwischen Kunde und Commerce-Infrastruktur.

Die Customer Journey beginnt möglicherweise nicht mehr im Onlineshop, sondern in einem KI-System.

Sichtbarkeit reicht künftig nicht aus

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich digitale Sichtbarkeit vor allem auf Suchmaschinen, Marktplätze und Social Media.

Mit generativer KI kommt eine weitere Ebene hinzu.

Unternehmen beschäftigen sich deshalb zunehmend mit GEO und der Frage, ob ihre Marke und ihre Leistungen in KI-Antworten korrekt dargestellt werden.

Agentic Commerce erweitert diese Herausforderung.

Es reicht langfristig nicht mehr nur aus, dass eine KI weiß, welche Produkte ein Unternehmen anbietet.

Sie benötigt gegebenenfalls auch Informationen wie:

Damit verschiebt sich der Fokus von reiner Sichtbarkeit hin zur Verfügbarkeit aktueller Commerce-Daten.

Gute Daten werden zur Grundlage

Damit ein KI-Agent zuverlässig handeln kann, benötigt er verlässliche Informationen.

Ein veralteter Preis, ein falscher Lagerbestand oder eine unklare Lieferzeit können bei einer klassischen Produktsuche bereits problematisch sein.

Wenn ein Agent auf Basis dieser Daten Entscheidungen trifft oder Aktionen ausführt, gewinnt Datenqualität zusätzlich an Bedeutung.

Deshalb werden zentrale und aktuelle Informationen zu Produkten, Beständen, Aufträgen und operativen Prozessen wichtiger.

OpenAI ermöglicht Händlern bereits heute, Produktfeeds und Promotions für die Produktsuche innerhalb von ChatGPT bereitzustellen. Perspektivisch sollen darüber weitere Informationen wie lokale Verfügbarkeit und Lieferzeiten eingebunden werden.

Google erweitert ebenfalls die Möglichkeiten für Händler, strukturierte Produktinformationen auf conversational AI surfaces verfügbar zu machen.

Für E-Commerce-Unternehmen bedeutet das: Produkt- und Commerce-Daten entwickeln sich zunehmend zu einer Schnittstelle zwischen Marke, Plattform und KI-Agent.

Integrationen werden noch wichtiger

Die benötigten Informationen liegen in Unternehmen häufig in unterschiedlichen Systemen.

Produktinformationen befinden sich beispielsweise im PIM oder Shopsystem, Bestände im ERP oder Warehouse Management System und Versandinformationen beim Fulfillment oder Carrier.

Damit ein KI-System aktuelle Aussagen treffen oder Aktionen auslösen kann, müssen diese Informationen zuverlässig zusammengeführt werden können.

Genau deshalb spielen Integrationen eine zentrale Rolle.

Shop, ERP, Marktplätze und operative E-Commerce-Prozesse sollten nicht als voneinander getrennte Systeme betrachtet werden.

Über eine zentrale Integrationsstruktur können Informationen automatisiert zwischen den verschiedenen Anwendungen ausgetauscht werden.

Für Agentic Commerce entsteht dadurch die technische Grundlage, relevante Daten dort verfügbar zu machen, wo sie benötigt werden.

Und was bedeutet Agentic Commerce für Fulfillment?

Ein KI-Agent kann ein Produkt recherchieren und möglicherweise zukünftig sogar bestellen. Danach beginnt jedoch weiterhin die operative Ausführung. Die Ware muss verfügbar sein, kommissioniert, verpackt, versendet und gegebenenfalls retourniert werden.

OpenAI beschreibt dieses Prinzip bereits bei seinen Commerce-Integrationen: Bestellung und Fulfillment verbleiben bei den bestehenden Systemen und Prozessen des Händlers.

Damit gewinnt die Verbindung zwischen digitaler Customer Journey und operativer Execution an Bedeutung.

Wenn ein KI-Agent beispielsweise verspricht, dass ein Produkt bis Freitag geliefert werden kann, muss diese Information auf realistischen Beständen, Cut-off-Zeiten und Versandprozessen basieren.

Agentic Commerce endet deshalb nicht beim Checkout.

Fulfillment wird vielmehr zu einem Teil des Daten- und Prozessmodells, auf das digitale Commerce-Systeme zugreifen.

Retouren und Kundenservice gehören ebenfalls dazu

Auch nach dem Kauf entstehen zahlreiche Situationen, in denen KI-Agenten zukünftig unterstützen können.

Ein Kunde könnte beispielsweise fragen:

„Wo befindet sich meine Bestellung?“

„Kann ich die Lieferadresse noch ändern?“

„Wie lange kann ich den Artikel zurücksenden?“

„Meine Retoure wurde vor einer Woche verschickt. Wann erhalte ich meine Rückerstattung?“

Damit solche Fragen zuverlässig beantwortet werden können, benötigt die KI Zugriff auf aktuelle Statusinformationen und klar definierte Prozesse.

Das betrifft sowohl den Kundenservice als auch das Retourenmanagement.

Perspektivisch könnten KI-Agenten einfache Vorgänge selbst übernehmen und komplexere Anliegen an Mitarbeiter übergeben.

Damit entsteht eine engere Verbindung zwischen Commerce-Systemen, Fulfillment-Daten und Customer Service.

Was sollten Unternehmen jetzt vorbereiten?

Nicht jedes Unternehmen benötigt heute bereits einen eigenen Shopping-Agent. Sinnvoll ist es jedoch, die Voraussetzungen für eine zunehmend KI-gestützte Customer Journey zu schaffen.

Dazu gehören insbesondere vier Bereiche.

1. Commerce-Daten strukturieren

Produktinformationen, Preise, Verfügbarkeiten und Lieferinformationen sollten eindeutig und aktuell verfügbar sein.

2. Systeme verbinden

Shop, ERP, Marktplätze und operative Systeme sollten Informationen automatisiert austauschen können.

3. Datenqualität verbessern

Ein KI-Agent kann nur so zuverlässig arbeiten wie die Informationen, die ihm zur Verfügung stehen.

4. Operative Prozesse mitdenken

Fulfillment, Versand, Retouren und Kundenservice dürfen nicht vom digitalen Commerce getrennt betrachtet werden.

Wer diese Grundlagen schafft, investiert nicht ausschließlich in Agentic Commerce.

Die gleichen Strukturen verbessern bereits heute Transparenz, Automatisierung und Skalierbarkeit innerhalb der eigenen E-Commerce Operations.

Agentic Commerce verändert die Schnittstelle zum Kunden

Noch entscheidet in den meisten Fällen der Mensch selbst, welches Produkt er kauft und wo die Bestellung abgeschlossen wird. Doch KI übernimmt immer mehr Schritte vor dieser Entscheidung.

Damit verändert sich nicht nur die Produktsuche.

Langfristig entsteht eine Commerce-Landschaft, in der Menschen, KI-Agenten, Shops, Plattformen und operative Systeme miteinander kommunizieren.

Für Marken und Händler wird deshalb entscheidend, ob relevante Informationen aktuell verfügbar sind und ob digitale und operative Prozesse miteinander verbunden werden können.

Wer heute eine saubere Daten- und Integrationsbasis schafft, bereitet damit nicht nur die eigene Infrastruktur auf Agentic Commerce vor.

Er schafft zugleich eine flexiblere Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe des E-Commerce.

PVS Europe: Commerce-Daten mit operativer Execution verbinden

Für Agentic Commerce ist nicht nur relevant, was vor dem Kauf passiert.

Entscheidend ist auch, ob das Versprechen aus der digitalen Customer Journey anschließend operativ erfüllt werden kann.

PVS Europe verbindet Fulfillment mit Integrationen, Retourenmanagement, Kundenservice und weiteren E-Commerce-Prozessen. Dadurch können operative Daten und Prozesse innerhalb einer gemeinsamen E-Commerce-Infrastruktur zusammengeführt werden.

Welche konkrete Rolle KI-Agenten zukünftig innerhalb dieser Prozesse übernehmen, wird sich weiterentwickeln.

Die Grundlage bleibt jedoch dieselbe: verlässliche Daten, verbundene Systeme und skalierbare operative Prozesse.

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FAQ – Häufige Fragen zu Agentic Commerce

Agentic Commerce beschreibt E-Commerce-Prozesse, bei denen KI-Agenten Aufgaben im Auftrag von Kunden oder Unternehmen übernehmen. Dazu können Produktsuche, Vergleich, Empfehlungen und perspektivisch auch der Kauf oder weitere Aktionen innerhalb der Customer Journey gehören.
Generative KI erstellt oder verarbeitet hauptsächlich Informationen. KI-Agenten können darüber hinaus mehrere Schritte planen, Entscheidungen innerhalb definierter Vorgaben treffen und Aktionen in verbundenen Systemen ausführen.
Teilweise entstehen bereits erste Commerce-Funktionen, mit denen KI-Agenten verschiedene Schritte bis zum Checkout unterstützen können. Vollständig autonome Käufe sind aktuell jedoch noch nicht die Regel. Derzeit liegt der Schwerpunkt vor allem auf Produktsuche, Vergleich und Entscheidungsunterstützung.
Je nach Anwendung können unter anderem Produktinformationen, Preise, Verfügbarkeiten, Lieferzeiten, Versandoptionen und weitere Commerce-Daten relevant sein. Wichtig ist, dass diese Informationen aktuell, strukturiert und zuverlässig verfügbar sind.
Auch wenn ein KI-Agent die Produktsuche oder Bestellung übernimmt, muss die Bestellung anschließend operativ abgewickelt werden. Aktuelle Bestände, zuverlässige Versandprozesse, Retourenmanagement und Kundenservice bleiben deshalb zentrale Bestandteile der Customer Journey.

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