E-Commerce Logistik: So meistern Sie alle Herausforderungen

Ein Grund für Amazons starkes Wachstum und den ungebremsten Erfolg liegt neben dem großen Produktportfolio vor allem in der starken E-Commerce-Logistik. Die erfolgreichsten E-Commerce Unternehmen besitzen alle ein extrem gut funktionierendes E-Fulfillment. Egal ob mit eigener Infrastruktur oder mit externen Partnern. Um den steigenden Anforderungen am Markt gerecht zu werden, müssen Sie als Onlinehändler für reibungslose Logistik-Prozesse sorgen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, worauf Sie dabei achten müssen und welche Möglichkeiten Sie in der Logistik haben.

Die Logistik – Der größte Erfolgsfaktor für Onlineshops

Eine effiziente E-Commerce-Logistik ist entscheidend für den Erfolg im Online-Handel. Sie steigert die Kundenzufriedenheit, ermöglicht schnelle Auftragsabwicklung und senkt gleichzeitig die Lagerkosten. Das Ergebnis: bessere Gesamtleistung und langfristiger Unternehmenserfolg.

Was ist E-Commerce-Logistik?

E-Commerce-Logistik (auch E-Logistik genannt) umfasst das Management aller logistischen Prozesse im Online-Handel. Die wichtigsten Bereiche sind:

  • Lagerplanung und -Verwaltung
  • Warenfluss und Distribution
  • Kommissionierung und Übergabe an Paketdienst
  • Informationstransfer zwischen allen Beteiligten
  • Retourenmanagement

Was sind die größten Herausforderungen in der E-Commerce-Logistik?

In der E-Commerce-Logistik stehen Onlinehändler und Start-ups vor einer Vielzahl an Herausforderungen, die eine durchdachte und zukunftsfähige Strategie erfordern. Hierzu gehören vor allem:

  • Bewältigung der Bestellungen in Peak-Seasons und saisonaler Schwankungen
  • Der stetig steigende Kostendruck
  • Die steigenden Kundenerwartungen nach schneller Lieferung
  • Die effiziente Retourenabwicklung / und das Handling komplexer Retourenprozesse
  • Der anhaltende Fachkräfte- bzw. Personalmangel im Lager

Besonders in Peak-Seasons wie dem Weihnachtsgeschäft oder während Aktionszeiträumen wie Black Friday müssen Prozesse flexibel skalierbar sein, um hohe Auftragsvolumina ohne Qualitätseinbußen bewältigen zu können. Das gilt natürlich auch für saisonale Schwankungen bei Produkten, die bspw. im Sommer verstärkt nachgefragt werden. Gleichzeitig sorgt der steigende Kostendruck – etwa durch Lagerhaltung, Transport und Personal – dafür, dass Effizienz und Automatisierung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Hinzu kommen wachsende Kundenerwartungen: Same-Day- oder Next-Day-Delivery sind mittlerweile Standard und erfordern extrem schlanke, reaktionsschnelle Lieferketten. Auch die Retourenabwicklung stellt viele Händler vor große Herausforderungen, denn Rücksendungen verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern erfordern auch intelligente Systeme zur Sortierung, Wiederaufbereitung und Wiedereinlagerung der Ware.

Eine der größten Herausforderungen für wachsende E-Commerce Brands ist der anhaltende Fachkräftemangel. Dieser macht es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal für das Lager und das komplette Fulfillment zu finden. Denn wachsen die Bestellungen rasant, braucht es fachkundiges Personal, das Bestellungen schnell versandfertig macht und an die Versanddienstleister übergibt. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, braucht daher flexible, digitale und kundenorientierte Logistiklösungen.

Welche Logistik-Lösungen gibt es für Onlineshops?

Neben der eigenen Logistik bieten sich für Onlinehändler Lösungen wie Dropshipping oder das Outsourcing an externe Fulfillment-Dienstleister an.

Hierbei sollten Sie vorab prüfen, welche Anforderungen Sie an Ihre Logistik haben und welche Rahmenbedingungen dafür gegeben sein müssen. Je nachdem, welches Bestellaufkommen, betriebliche Ressourcen (finanziell und personell) und Wachstumsziele Sie haben, fällt die Wahl auf die eigene Logistik oder die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Partner. Dropshipping eignet sich eher für kleinere Brands und Start-ups, die wenig Ressourcen und Startkapital haben, um Sendungen zu bearbeiten und zu versenden. Zudem wird Dropshipping immer unrentabler, je größer das Produktsortiment ist.

Fulfillment-Modelle im Vergleich: In-house, 3PL oder Hybrid?

In-house: Die eigene Logistik

Als Onlinehändler können Sie die Logistik komplett selbst übernehmen. Dabei sind sie für alle Prozesse selbst verantwortlich und haben die vollständige Kontrolle über das Fulfillment. Sie übernehmen dabei:

  • Lagerhaltung
  • Kommissionierung
  • Versand, bzw. Übergabe an Paketdienste
  • Retourenmanagement

Der große Vorteil bei der eigenen Logistik ist die vollständige Kontrolle über sämtliche Fulfillment-Schritte. Sie sind völlig unabhängig und können sämtliche Prozesse selbst überblicken und bei Problemen schnell reagieren. Vorausgesetzt, Sie haben die nötigen Ressourcen und die notwendige Logistik-Infrastruktur.

Vorteile der eigenen Logistik:

  • Volle Kontrolle über Prozesse
  • Direkter Kundenkontakt
  • Geringere Fixkosten bei kleinem Volumen

Nachteile der eigenen Logistik:

  • Hoher Zeit- und Personalaufwand
  • Skaliert schlecht bei Wachstum
  • Hohe Investitionskosten in Infrastruktur

Dropshipping

Dropshipping ist eine Logistik-Lösung, bei der Sie Ihre Produkte direkt vom Großhändler an Endkunden versenden, ohne eigene Lagerhaltung und Kommissionierung. Die Lösung eignet sich für Nischenmärkte, kleine Produktpaletten oder Start-ups mit sehr geringem Startkapital. Auch Produkteinführungen, bei denen die Nachfrage getestet werden soll, kann Dropshipping Sinn machen. Allerdings ist es keine ernsthafte Alternative für wachstumsorientierte E-Commerce Brands.

Vorteile von Dropshipping:

  • Kein eigenes Lager nötig
  • Geringes Kapital-Risiko
  • Schneller Start mit wenig Kapital möglich

Nachteile von Dropshipping:

  • Geringere Margen
  • Wenig Kontrolle über Versand und Qualität
  • Starke Abhängigkeit vom Lieferanten
  • Geringe Skalierungspotenziale
  • Umständliches Retourenmanagement

3PL Fulfillment

Beim 3PL-Fulfillment lagern sie als Onlinehändler Logistikprozesse wie Lagerung, Kommissionierung und Retouren an externe Fulfillment-Dienstleister aus. Sie können sich so auf ihr Kerngeschäft wie Marketing, Produktentwicklung und die Kundenakquise konzentrieren. Wichtig sind Systemintegration, transparente Kommunikation, zuverlässige Versandzeiten und skalierbare Kapazitäten. Diese Lösung eignet sich hervorragend für wachsende Onlineshops mit steigendem Bestellvolumen, die Wert auf Flexibilität, Versandgeschwindigkeit und nachhaltiges Branding legen.

Vorteile von 3PL Fulfillment:

  • Schnelle Skalierung möglich
  • Hohe Flexibilität auch zu Peak Seasons
  • Professionelle Abwicklung
  • Einfache Anbindung an Shopsysteme wie Shopify, WooCommerce etc.
  • Fokussierung auf Kerngeschäft

Nachteile von 3PL Fulfillment:

  • Abhängigkeit vom Dienstleister
  • Teils höhere Stückkosten im Versand
  • Zusätzlicher Kommunikationsaufwand bei Problemen

Ab einem bestimmten Bestellaufkommen lohnt sich das 3PL Fulfillment für Onlineshops, die nicht die Ressourcen und Kapazitäten für eine eigene Logistikabteilung haben.

Wie wähle ich den richtigen Dienstleister für E-Commerce-Logistik aus?

Wenn Ihr Onlineshop wächst, wird ein professionelles E-Fulfillment zum nachhaltigen Erfolgsfaktor – vor allem für die Kundenzufriedenheit. Damit Sie die passende Lösung finden, sollten Sie von Anfang an strukturiert vorgehen. Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die Sie achten sollten – inklusive Tipps aus der Praxis.

1. Analyse Ihrer Anforderungen: Kenne dein Geschäftsmodell

Je besser Sie Ihre eigenen Anforderungen kennen, desto gezielter können Sie Logistikanbieter auswählen. Das spart nicht nur Zeit beim Vergleichen, sondern führt auch zu besseren Verhandlungsergebnissen und passgenaueren Lösungen. Eine gute Logistiklösung passt sich Ihrem Bedarf an – nicht umgekehrt.

Bevor Sie also Angebote vergleichen, sollten Sie intern Klarheit schaffen über:

  • Welche Produktarten verkaufst du (Größe, Gewicht, Lageranforderungen)?
  • Wie viele Bestellungen verschickst du im Monat?
  • Welche Länder willst du beliefern – nur national oder auch EU-weit?
  • Werden Retouren in einem eigenen Portal abgewickelt oder über den Dienstleister?

Zusätzlich sollten Sie sich direkt zu Beginn schon darüber klar sein, ob Sie zusätzliche Leistungen haben möchte wie z. B.:

  • Geschenkverpackungen
  • personalisierte Beilagen

2. Kostenstruktur verstehen

Transparentes und nachvollziehbares Pricing ist ein wichtiger Aspekt in der Zusammenarbeit mit einem externen Fulfillment-Dienstleister. Denn mit steigendem Bestellaufkommen steigen auch die monatlichen Fulfillment-Kosten.  Die reinen Versandkosten sagen wenig über die tatsächlichen Logistikkosten aus. Achten Sie auf folgende Punkte im Kostenmodell:

  • Lagerkosten (monatlich pro Palette, Fachboden etc.)
  • Kommissionierkosten (pro Artikel oder pro Sendung)
  • Retourenkosten (Bearbeitung, Wiederaufbereitung)
  • Setup-Gebühren oder Anbindungskosten
  • Mindestumsätze oder Paket-Pauschalen

3. Technische Integration sicherstellen

Der Fulfillment-Partner verfügt idealerweise über eine Software, die in Ihr Shopsystem oder Marktplatz-Setup integriert werden kann. Ohne eine geeignete Schnittstelle werden Dinge wie Bestandsabgleiche in Echtzeit oder Bestellabwicklung mit lückenlosem Tracking erheblich beeinträchtigt. Stellen Sie sicher, dass der potenzielle Partner über diese Anbindung verfügt.

Wichtig sind hierbei:

  • APIs zur automatischen Übertragung von Bestellungen
  • Live-Tracking und Versand-Updates für deine Kunden
  • Bestandsabgleich in Echtzeit
  • Retourenportale mit Status-Tracking

Lassen Sie sich idealerweise vorab eine kurze Demo zeigen.

4. Standorte & Reichweite

Ein wichtiger – wenn auch nicht entscheidender – Punkt sind die Standorte des Fulfillment-Dienstleisters. Die Fulfillment-Center wickeln alle Bestellungen ab und sorgen für eine rasche Übergabe an die Versanddienstleister wie DHL oder Hermes.

Dabei gibt es ein paar Aspekte, die durchaus wichtig für die Entscheidung sind:

  • Welche Lagerstandorte gibt es (in Deutschland und im Ausland)?
  • Wird ein Cross-Border-Fulfillment angeboten (z. B. Versand nach Italien, Schweiz oder andere Länder)?
  • Welche Carrier werden genutzt (DHL, Hermes, etc.)?

Strategisch gute Lagerstandorte können für (noch) schnelleren Versand sorgen und die Logistikkosten etwas reduzieren. Dabei ist vor allem eine gute Anbindung an Autobahnen äußerst vorteilhaft.

5. Qualität & Referenzen

Lassen Sie sich unbedingt vor Vertragsunterzeichnung Referenzen nennen oder schauen Sie, ob der Anbieter bereits Case Studies veröffentlicht hat. Dadurch sehen Sie, wie der Anbieter seine Kunden unterstützt und welche Erfolge durch die Zusammenarbeit erzielt wurden.

Aber: Oft dürfen Anbieter Kunden nicht direkt nennen oder detaillierte Zahlen und Daten herausgeben.

Unsere Tipps für erfolgreiches E-Fulfillment

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Häufige Fragen zur E-Commerce Logistik

Was ist E-Commerce Logistik?

Die Logistik im E-Commerce umfasst alle Prozesse von der Anlieferung der Ware im Lager bis zur Zustellung an den Endkunden. Dazu gehören unter anderem die Lagerung, das Kommissionieren, das Versenden an den Endkunden und das Retourenmanagement.

Was ist der Unterschied zwischen Fulfillment und Logistik?

Fulfillment ist ein Teilbereich der Logistik und umfasst alle operativen Schritte vom Lagern über Kommissionieren und Verpacken bis hin zum Versand und Retourenmanagement – speziell im E-Commerce. Logistik ist der übergeordnete Begriff und schließt auch Transport, Beschaffung und strategische Planung mit ein.

Welche Logistik-Lösungen gibt es für Onlineshops?

Onlineshops können zwischen Eigenlogistik, Fulfillment-Dienstleistern, Dropshipping, Click & Collect, Ship-from-Store und Cross-Border-Fulfillment wählen. Die passende Lösung hängt von Faktoren wie Bestellvolumen, Produkttyp, Zielmärkten und gewünschter Liefergeschwindigkeit ab.

Was sind typische Herausforderungen in der E-Commerce-Logistik?

Häufige Herausforderungen sind schwankende Bestellvolumen, effizientes Retourenmanagement, internationale Versandanforderungen, steigende Kundenerwartungen an Lieferzeiten sowie die Integration technischer Systeme.

Wann lohnt sich das Auslagern der Logistik an einen Fulfillment-Dienstleister?

Ein Fulfillment-Dienstleister lohnt sich, wenn dein Bestellvolumen steigt, dir Lager- und Personalkapazitäten fehlen oder du europaweit skalieren willst. Auch für Marken, die ein professionelles Versand- und Retourenerlebnis bieten möchten, ist Outsourcing sinnvoll.

Wie viel kostet ein Fulfillment-Dienstleister?

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang. Typisch sind Lagergebühren (monatlich), Kommissionier- und Versandkosten pro Bestellung, sowie mögliche Zusatzkosten für Retouren, Setup oder Sonderleistungen. Ein individuelles Angebot auf Basis deines Sendungsvolumens ist empfehlenswert.


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